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Digitalisierung in der Werkshalle

EthosEnergy, ein Dienstleister für Anlagenüberholung im Energie-, Erdöl-, Erdgas- und Industriesektor, hat eine cloud-basierte Lösung für die Datenerfassung und -verwaltung gefunden.

Text Trish Riley  Foto Terry Halsey

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Fakten

EthosEnergy
Branche: Erdöl und Erdgas, industrielle Kraft/Wärme-Kopplung
Produkt: Überholung von Gasturbinen, Motorenwechsel, Reparaturen, Ersatzteile und Kundendienst vor Ort,  auf Turbomaschinen zugeschnittene Lösungen
Gegründet: 2014 im Zuge eines Joint Venture zwischen Wood Group und Siemens. Aus dem Gasturbinen-Servicegeschäft von Wood Group und Siemens’ TurboCare wurde ein unabhängiger Anbieter von Serviceleistungen und Lösungen für rotierende Maschinen im Energieversorgungs-, Erdöl- und Erdgassektor sowie in anderen industriellen Bereichen.
Sitz: Houston, Texas
Tätigkeit: Weltweit
Zahl der Beschäftigen: 4.500.
ethosenergygroup.com

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EthosEnergy

Ansprechpartner Verkauf

Jerry Schick, Jerry.Schick@skf.com

Der Übergang vom Papierarchiv auf eine elektronische, cloud-basierte Lösung ist kein einfaches Unterfangen, wenn es um die Erfassung von Hunderttausenden Qualitätsmessungen pro Jahr geht. Das in den USA ansässige Unternehmen EthosEnergy, Spezialist für die Überholung von Gasturbinen in der Erdöl-, Erdgas- und Energieversorgungsindustrie, hat mit Unterstützung von SKF  das innovative iPad-System SKF Data Collect für die Erfassung und Verwaltung von Messdaten eingeführt.

„Ich sah das Produkt 2013 auf der SKF Asset Management Tagung in Dallas“, sagt Mike Fisher, Präsident von EthosEnergy Light Turbines LLC in Houston im US-Bundesstaat Texas. Wir nehmen jedes Jahr 240.000 Präzisionsmessungen vor. Die dabei ermittelten Daten brauchen wir digital und jederzeit zugänglich, damit wir sie analysieren können.“

Fisher hatte ähnliche Produkte gesehen, aber keines war so vielseitig, wie SKF es versprach: ein auf den Kunden zugeschnittenes, konfigurierbares System, das Daten, Zeichnungen und Tabellen anzeigen sowie Informationen und Bilder speichern kann. Fisher, der bei EthosEnergy die  Turbinenüberholung überwacht, fragte Jerry Schick, Kundenbetreuer bei SKF, ob ein solches Tool für seine Prozesse von Nutzen sei.

EthosEnergy überholt Gasturbinen bis 12 MW und motorgetriebene Anlagen nach extrem strengen Qualitätsstandards (ISO 9001, 9004, 14001 und 18001). Bei über 4.000 Komponenten pro Turbine kann das eine gewaltige Aufgabe sein. Zunächst wird der Zustand eines jeden Teils beurteilt. Dann folgt seine genaue Vermessung und schließlich die Festlegung der Instandsetzungsverfahren, damit das Bauteil wieder „wie neu“ wird. Am Ende werden alle Daten übertragen, und die Maschine wird einer Volllastprüfung unterzogen. Der gesamte Prozess dauert bis zu 16 Wochen. Der Zustand der Komponenten wird zusammen mit technischen Details und Bildern in einem Register erfasst. Alle Messdaten werden über Jahre gespeichert und gelegentlich aus unterschiedlichen Gründen als Referenzwerte hinzugezogen. Wer sich über den Status irgendeines Motors oder Bauteils informieren will, muss an der jeweiligen Station den Arbeitsauftrag heraussuchen und mit dem Techniker sprechen.

Nelson Muchacho, Leiter der Qualitätskontrolle bei EthosEnergy, bezeichnet die SKF Data Collect Lösung als einen Segen: „Um sich mal ein Bild zu machen: Wir haben zurzeit 74 aktuelle Arbeitsaufträge. Jeder erfordert über 500 Seiten Dokumentation. Da kommt schnell einiges zusammen. Mit Hilfe dieser iPad-App haben wir alles digitalisiert und nun jederzeit automatisch Zugang zu einer Vielzahl von Projekten.“

Im Lagergeschäft ist SKF ein etablierter Name, aber diese Art von technischen Lösungen ist eine Neuheit für das Unternehmen.

„Es ist etwas ganz anderes als die typischen SKF Lager für schwere Maschinen. Wir haben cloud-basierte Tools entwickelt, weil es ein wachsender Trend für rechnergestützte Systeme ist“, sagt Schick. „Das Konzept ist Software als ­Service: Die Kunden brauchen sich um die Neu­installation von Software oder die Aktualisierung ihres Systems nicht zu kümmern. Das übernehmen wir. All das ist Teil des Service.“

Dieser rechnerbasierte Prozess  erfüllt eine doppelte Funktion.

„Es ist ein integriertes System. Das heißt, Teams können in drei verschiedenen Abteilungen mit der Information arbeiten. In SKF Data Collect wird jede Stufe des Demontage- und Wiederaufarbeitungsprozesses visuell angezeigt“, fährt Schick fort.

„Die Frage, an welchem Punkt im Prozess sich ein Arbeitsauftrag befindet, kann an das ganze Team gerichtet werden. Fotos werden an Inspektionsdaten elektronisch angehängt, und jeder Techniker kann die Beendigung seines Arbeitsschrittes über das iPad mit seiner Signatur bestätigen. SKF Data Collect resynchronisiert und teilt alle fünf bis zehn Minuten diese Informationen über die SKF Cloud.“

Fisher könnte kaum zufriedener sein: „Ich kann in die Werkshalle gehen, ein iPad nehmen und nach jeder beliebigen Komponente suchen, um dann die Daten von jeder Station abzurufen.“

Fisher und Schick sind davon überzeugt, dass sich das System als wertvolle Hilfe in einer Vielzahl von Branchen rasch durchsetzen wird. „Im Energieversorgungssektor, für den wir tätig sind, wäre es ein nützliches Tool für die Störfallanalyse und Fehlerortung. Es kann für Kundendienstteams vor Ort von großem Vorteil sein. Ich sehe da jede Menge Möglichkeiten“, schließt Fisher.

SKF Data Collect
Das SKF Data Collect System kombiniert SKFs umfassendes Knowhow auf dem Gebiet der Datenerfassung und Maschineninspektion und die Sicherheit der SKF Cloud mit der intuitiven Bedienbarkeit einer App.

Vorteile

  • Verbesserte Datenqualität und konsistenz
  • Rascher Zugang zu wertvollen Informationen
  • Sichere Speicherung von Informationen in der SKF Cloud

Typische Anwendungen

  • Maschineninspektionen
  • Bedieneranweisungen
  • Audits und Qualitätskontrollen
  • Arbeitsaufträge
  • Checklisten und vieles mehr

Ricardo Cantu nimmt Messungen vor, bevor er die Daten in das Data Collect System eingibt.David Plachy prüft einen Verdichterrotor mit dem SKF Data Collect iPad als Referenz.Mike Fisher, Präsident von EthosEnergy Light Turbines LLC.

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