munksund

Investition in die Zukunft

Die Munksund-Papierfabrik in Nordschweden hält sich trotz ihrer 87 Jahre stets auf dem neuesten Stand, um den Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden. Der jüngste Neuzugang ist ein hochmodernes Online-Zustandsüberwachungssystem.   

Text Alexander Farnsworth Fotos Cheng Kwok-Keung

Zustandsüberwachung Zellstoff und Papier Zuverlässigkeit

Zusammenfassung

SCA
SCA ist ein weltweit führendes Unternehmen für Hygiene- und Forstprodukte. 2014 erzielte SCA  Umsatzerlöse in Höhe von 104 Milliarden Schwedenkronen (11 Milliarden Euro) bei rund 44.000 Beschäftigten.

Das Unter­nehmen hat drei Geschäftsbereiche: Körperpflege-, Hygienepapier- und Forstprodukte

Der Geschäftsbereich Forstprodukte, zu dem auch die Munksund-Papierfabrik gehört, umfasst fünf Produktsegmente: Druckpapier, Kraftliner (Packpapier), Zellstoff, Massivholzprodukte und erneuerbare Energien. Diese Produkte werden in 20 Fabriken hergestellt. Die Produkte werden hauptsächlich in Europa, aber auch in Asien, Nordafrika und Nordamerika vermarktet.

www.sca.com

Links

Munksund – SCA Corporate

Ansprechpartner Verkauf

Anders.Lövgren@skf.com

In der Munksund-Papierfabrik im nordschwedischen Piteå werden täglich über 1.000 Tonnen Holz mechanisch aufgeschlossen und zu einem der weltweit meist verbrauchten Produkte verarbeitet: Verpackungsmaterial. Eigentümer und Betreiber der Papierfabrik ist das schwedische Forstunternehmen SCA (Svenska Cellulosa Aktiebolaget). Munksund ist ein Profit Center des Konzerns.

Rikard Lundgren, Leiter Mechanische Instandhaltung bei Munksund, stellt einen Karton aus Wellpappe auf den Konferenztisch. „Wir stellen das Kraftliner-Papier auf der Innen- und Außenseite dieses Verpackungsmaterials  in verschiedenen Gewichten von 115 bis 440 Gramm pro Quadratmeter her“, erklärt er. „Dazwischen befindet sich der Wellenstoff.“

In Wellpappe wird alles von Mikrowellenöfen über Smartphones bis zum gefrorenen Fisch verpackt. Neben der Haltbarkeit solcher Verpackungen kommt es auch auf deren Bedruckbarkeit für In-Store-Displays im Vierfarbendruck an. Daher die Notwendigkeit für weißes und braunes Papier.

Die 1928 gegründete Munksund-Fabrik sollte andere Papierhersteller mit reinem Zellstoff beliefern. Erst 1961 erhielt Munksund die erste Papiermaschine für Kraftliner.

Riesige Sattelschlepper beliefern die Papierfabrik mit Holz aus nahegelegenen Wäldern, die SCA besitzt und nachhaltig bewirtschaftet. Ergänzt wird der Rohstoff Holz mit Fasern aus recycelten Altverpackungen. Ein spezieller Mixer für industrielle Zwecke mischt den zu Ballen gepressten Recyclingkarton zu einem glatten Brei. Munksunds Valmet-Papiermaschine PM 1 produziert heute 1.100 Meter Kraftliner pro Minute. Das Papier wird in 60-Tonnen-Rollen geliefert.

Eine Papiermaschine hat die ­Größe eines kleinen Container­schiffs und ist umgeben von unzähligen Nebenmaschinen und -anlagen wie Turbinen, ­Pumpen, Schleifern, Kompressoren, Zu­fuhr­leitungen und anderen, die dem Werk die Atmosphäre einer geschäftigen Kleinstadt verleihen.

Mit massiven Investitionen hat SCA die Produktion in Munksund optimiert. Dazu gehören der Bau einer neuen Pressenpartie, die Installation einer verbesserten Rollenverpackungsmaschine und der Bau einer neuen Abwasseraufbereitungsanlage. 2014 wurden die ersten SKF Zustandsüberwachungssysteme im Werk installiert. Zwei Jahre zuvor, 2012, investierte Munksund in einen 53 Millionen Euro teuren Kalkofen, der mit Biokraftstoff betrieben wird. Der Ofen ist Teil eines chemischen Rückgewinnungssystems zur Reduzierung des CO2 -Ausstoßes um 75 Prozent. Für 2015 ist eine Kraftliner-Produktion von insgesamt 390.000 Tonnen geplant. Im Jahr davor betrug sie 369.000 Tonnen. Das Ziel ist, die Produktion auf 415.000 Tonnen zu steigern.

„Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung unserer Prozesse, um dieses Niveau Schritt für Schritt zu erreichen“, erklärt Lundgren. „Jetzt müssen sich unsere Investitionen auszahlen. Wir streben eine Betriebssicherheit von 98,5 Prozent an. Bis vor kurzem lag sie noch bei 98 Prozent. Ein halbes Prozent ist in technischem Zusammenhang enorm viel.“

Maximale Betriebssicherheit
Im März 2014 erhielt SKF von SCA Munksund den Auftrag, das Online-Zustandsüberwachungssystem SKF IMx an 780 speziell ausgewählten Walzen- und Pumpenlagern der Papier­maschine 1 (PM 1) zu installieren. Die Installation ­umfasste auch CMSS 2200 Sensoren mit gelben hitzebeständigen CMSS R6SL-J9T2A Kabeln, 27 IMx-Anschlussboxen sowie eine SKF @ptitude Observer-Software einschließlich Schulung. SKF beliefert die Papierfabrik zudem mit Standard- und Spezial­lagern sowie mit Handgeräten zur Schwingungsüberwachung an rund 10.000 kritischen Punkten von Pumpen, Rotoren, Motoren, Gebläsen und anderen beweglichen Teilen.

Es handelt sich um eine der umfangreichsten Online-Zustandsüberwachungsanlagen, die je in einer schwedischen Papierfabrik installiert wurde.

Das Projekt stellte SKF vor einige Herausforderungen. „Wir mussten um planmäßige und ungeplante Betriebsunterbrechungen herum arbeiten“, erzählt Anders Lövgren, Regionsleiter und Großkundenbetreuer bei SKF. „Die Fabrik hat pro Jahr nur einen planmäßigen Wartungsstillstand von einer Woche. Hinzu kamen manchmal Temperaturen von über 50 Grad.“

Das Endergebnis ist ein umfassendes Trend- und Leistungsprofil sowie ein Echtzeit-Frühwarnsystem für alle beweglichen Teile zur Gewährleistung maximaler Betriebssicherheit.

@ptitude ist ein eingetragenes Markenzeichen der SKF Gruppe

Über 1.000 Tonnen Holz werden täglich in der Munksund-Papierfabrik verarbeitet.Die Valmet-Papiermaschine PM 1.SKF Anlagen-Ingenieur Magnus Bellander (links) und Anders Lövgren, Regionsleiter und Großkundenbetreuer bei SKF

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