fig-a-nikon_factory_floor

Auf dem Weg zur Industrie 4.0

In der Industrie werden Digitalisierung und Mobilität immer wichtiger. Außerdem gibt es im privaten Sektor immer mehr Geräte, die mit dem Internet verbunden sind. Beide Trends hat SKF in den letzten Jahren dazu genutzt, um in der digitalen Entwicklung eine Führungsrolle auf Business-Ebene zu übernehmen. Der Konzern treibt das Thema „Industrie 4.0“ äußerst aktiv voran. „Smartifying Industry” nennt SKF das Konzept, das die schnelle Vernetzung der Fertigung zum Ziel hat. Dieser Bereich wird voraussichtlich fast ein Drittel des Gesamtwertes von „Industrie 4.0“ ausmachen. Um die daraus resultierenden Möglichkeiten zu nutzen, unterstützt SKF sowohl interne wie auch externe Kunden mit entsprechend „intelligenten“ Lösungen.

Autorin:
Susanne Gerdin, Communication Manager, SKF Gruppe, Göteborg, Schweden

Online-Serviceleistungen Andere Industrien Andere Produkte

Ansprechpartner Verkauf

Maria Eriksson, Maria.Eriksson@skf.com

Als Beitrag zu einer „intelligenteren“ Industrie betrachtet SKF insbesondere den zusätzlichen Nutzen, den die Kunden in Form einer höheren Leistung der betrieblichen Tätigkeiten und Dienstleistungen aus entsprechenden Lösungen ziehen können. „Indem wir die Industrie ‚intelligenter‘ machen, nutzen unsere Kunden die Möglichkeiten, die durch Megatrends wie ,Digitalisierung‘ und ,mobiles Internet‘ eröffnet werden“, erklärt Christian Gill, Leiter „Digital Business Technology“ bei SKF. „Dabei geht es uns beispielsweise um die Anbindung von Anlagen, Maschinen und Geräten ans Internet – und zwar via Cloud Computing. Alles zusammen ermöglicht eine Analysetechnik, die zu neuen Erkenntnissen führt. So schaffen wir ein leistungsstarkes Grundgerüst für neue Geschäftsmöglichkeiten: Im Endeffekt lässt sich auf Basis dieses Gerüsts eine höhere Kosteneffizienz in der Fertigung, der Anwendungstechnik, der Produktentwicklung und den damit eng verbundenen, funktionsübergreifenden Geschäftsbereichen erzielen.“

„Die Einführung des ‚Smartifying Industry‘-Konzepts einschließlich der Nutzung intelligenter Geräte und der Schaffung spezieller Teams für ,Industrie 4.0‘ führt schrittweise zu einem ganz neuen Unternehmenskonzept bei SKF – und damit zu einer neuen Art zu arbeiten. Die neue Arbeitsweise wird sich auch in hohem Maße auf Kundenbeziehungen auswirken“, meint Gill.

Ziel von SKF sei es, alle digitalen Anwendungen unter einem Dach zu vereinen, damit sie im Verbund eine Steigerung der Ressourceneffizienz bewirken. Zu diesem Zweck erprobt SKF das „Smartifying Industry“-Konzept tagtäglich in den eigenen Prozessen und Abläufen. So könnten die „inhouse“ gesammelten Erfahrungen wertvolle Erkenntnisse für weitere Entwicklungen und Innovationen liefern, die später den Kunden zugutekommen.

Neue Prozesse per Digitalisierung
Um der Industrie mehr „Intelligenz“ einzuhauchen, beginnt SKF mit neuen Abläufen und Prozessen bei sich selbst: Unternehmensweit werden inzwischen „intelligente“ Geräte eingesetzt. Sie sollen dazu beitragen, dass die Mitarbeiter – vom Vertrieb bis hin zur Fertigung – von der mobilen, vernetzten Kommunikation profitieren können. Beispielsweise kann ein Maschinenführer, der die Parameter seiner Fertigungsanlage kontrolliert (etwa deren Produktionstempo), über ein mobiles, an seinem Unterarm befestigtes Gerät eventuelle Alarmmeldungen sofort einsehen und entsprechend darauf reagieren.

„Smartifying Industry“
Zum „Smartifying Industry“-Konzept gehören folgende Maßnahmen:

Vernetzen
Um Maschinen, Anlagen und Geräte verstehen zu können, müssen Daten erfasst werden. Zu diesem Zweck ist es erforderlich, Sensoren, Geräte, Maschinen und andere Betriebsmittel an einem zentralen Datenerfassungspunkt zusammenzuführen – der „One Global Cloud“ von SKF.

Erfassen
Die „One Global Cloud“ von SKF ist ein Speicher für kontinuierliche Datenströme von vernetzten Geräten oder Maschinen. Dank der hohen Leistung und den niedrigen Kosten dieser Art von Datenspeicherung und -verarbeitung ist eine Infrastruktur mit einfachem und sicherem Zugang samt „intelligenter“ Datenübertragung verfügbar.

Korrelieren
Tiefer greifende Erkenntnisse über den Zustand und das „Verhalten“ einzelner Komponenten, Maschinen und Systeme gewinnen die SKF Experten dadurch, dass sie Zusammenhänge zwischen den jeweiligen Daten untersuchen und weiterführende Analysen durchführen. Zusammen liefern Expertenwissen und Analysetechnik zuverlässige Infos zur einfachen und schnellen Entscheidungsfindung.

Abstimmen
Das Vernetzen, Erfassen und Korrelieren von relevanten Informationen führt zu einer neuen Art der Zusammenarbeit unter den Mitarbeitern, zwischen den Mitarbeitern und den Maschinen sowie zwischen den Maschinen selbst (weil diese ihre Betriebszustände und ihren Output selbst überwachen, analysieren und optimieren können). Unter dem Strich lässt sich dadurch eine höhere Effizienz und Produktivität erzielen.

MOST: Verbindung zwischen Mensch und Maschine
MOST ist eine Lösung, die SKF zur Unterstützung von Maschinenführern entwickelt hat. Mit MOST wurden die Prinzipien von Mobilität, Digitalisierung und erweiterter Analysetechnik auf die Fertigungs­ebene von SKF angewendet: In einigen Fertigungsbereichen können die Mitarbeiter einen Produktionsablauf mit einem an ihrem Unterarm befestigten „intelligenten“ Gerät „virtuell steuern“.

Zu Beginn jeder Schicht melden sich die Mitarbeiter (bei sicherer Authentifizierung) per MOST-App an und sehen dann eine einfache grafische Darstellung ihres Fertigungsbereichs: Die einzelnen Maschinen werden als ­abstrahierte Formen dargestellt, wobei die Maschinenführer jedes einzelne Lager auf seinem Weg durch die Produktion optisch nachverfolgen können. Dabei kennzeichnet die App den Maschinenstatus pro Bearbeitungsschritt mit verschiedenen („Ampel“)-Farben. Bei Problemen erhalten die Maschinenführer zudem akustische Signale. In einem solchen Fall können die Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten der Fertigungskette schnell mit­einander „chatten“: So lassen sich in Echtzeit wichtige Infos austauschen – gleichgültig, an welchem Glied der Produktionskette der jeweilige Mitarbeiter gerade tätig ist. Außerdem erhalten die Fertigungsmitarbeiter dank der vereinfachenden Benutzeroberfläche selbst komplexe Infos in leicht verständlicher Form. Dadurch sparen sie reichlich Zeit: Sie müssen nicht mehr kreuz und quer durch die Produktion laufen, um Daten von den verschiedenen Maschinen an unterschiedlichen Desktop-Arbeitsstationen zu erfassen. Auch lässt sich die wöchentliche Wartung des Maschinenparks mit der MOST-App beschleunigen.

Enlight: Instandhaltung per App
SKF Enlight ist eine mobile, cloudbasierte Lösung. Sie verknüpft die von SKF entwickelten industriellen Apps mit einer Reihe von mobilen Plattformen und Sensortechnologien, die in den Bereichen „Instandhaltung“ und „Betriebssicherheit“ äußerst benutzerfreundliche und flexible Möglichkeiten bieten. Mit SKF Enlight kann der Anwender vor Ort Zustandsdaten erfassen, messen und sich im Bedarfsfall sofort mit dem SKF Ferndiagnose-Service verbinden, um weitere Informationen oder Empfehlungen zu erhalten.

SKF Enlight lässt sich so einfach bedienen wie jede andere App auf einem Smartphone oder Tablet. Gleichzeitig ermöglicht diese Lösung den direkten Zugriff auf das umfassende Know-how von SKF: Man muss sich nur anmelden und kann sofort auf den hochqualifizierten Support von SKF Spezialisten zugreifen. Dazu ist noch nicht einmal eine große Investition erforderlich. Wenn es darum geht, eine günstige Problemlösung zu finden, ist Enlight das Mittel der Wahl. So stärkt das äußerst kosteneffiziente System die Wettbewerbsfähigkeit seiner Nutzer.

Zum SKF Enlight-Angebot gehören handelsübliche Smartphones oder Tablets, deren „Hardware“ sich an industriellen Anwendungen orientiert. Die entsprechend optimierten Geräte bieten nicht nur Unterstützung für unterschiedliche Sensoren, sondern softwareseitig auch die cloudbasierte Speicherung der von den Sensoren erfassten Daten. Zudem werden diese Daten von der SKF App „interpretiert“ und in Form von übersichtlichen Grafiken dargestellt. Dadurch gewinnt der Anwender sofort einen Überblick über den Zustand vieler Maschinenparameter. Der Funktionsumfang lässt sich mithilfe nutzerspezifisch konfigurierbarer Optionen erweitern.

Permanenter Zugriff
Mit dem cloudbasierten SKF Ferndiagnose-Service haben Kunden jeden Tag rund um die Uhr Zugriff auf betriebsrelevante Instandhaltungsinformationen. Der kosteneffiziente Service umfasst inzwischen mehr als 700.000 Maschinen-Komponenten auf dem gesamten Globus, die SKF dank eines weltumspannenden Netzwerks permanent überwachen kann.

Jedes angemeldete Unternehmen mit einer Internetverbindung kann auf seine Maschinenzustands- und -betriebsdaten zugreifen und diese analysieren. Der Zugriff auf Anlagedaten und unternehmensweite Daten ist von überall aus möglich. Die „One Global Cloud“ von SKF stellt sicher, dass die Kunden die Zustandsüberwachungssoftware schnell und ohne Beeinträchtigung bestehender IT-Systeme nutzen können. Sie schützt die Daten­integrität in so wichtigen Bereichen wie Datensicherheit, Datenzugriff, Datenübertragung, Datenspeicherung und Datensicherung.

Großes Potenzial
Eine auf Cloud Computing und Big-Data-Management basierende, erweiterte Analysetechnik bietet der Industrie ein großes Potenzial, um Fabriken „intelligenter“ zu machen. Dies bedeutet eine höhere Produktivität, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Allerdings lässt die zunehmende Vernetzung von Komponenten und Systemen auch extrem große Daten­mengen entstehen. Dies verlangt nach einem ausgeklügelten Plan, um den größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen: Echtzeit-Analyseverfahren ermöglichen es den Kunden, schnelle Entscheidungen zu treffen und zügige Veränderungen vorzunehmen, um Ressourcen einzusparen und un­nötige Stillstände zu minimieren.

 

Die nächste Revolution in der Industrie

  • Bei „Smartifying Industry“ geht es darum, Menschen und Dinge zu vernetzen. Hierzu gehören digitale Maßnahmen, die Effizienzsteigerungen ermöglichen und langfristig unser tägliches Leben verändern werden.
  • Die Effizienzsteigerungen und der Geschäftsaufschwung werden rund 110 Mrd. Euro an zusätzlichen Einnahmen aus der Vermarktung neuer digitaler Produkte und Lösungen erbringen. Damit geht ein 18-prozentiger Effizienzgewinn für die europäische Industrie in einem Zeitraum von fünf Jahren einher.
  • Derzeit erfolgt die Anbindung neuer Dinge an das Internet mit einer Geschwindigkeit von 160 Dingen pro Sekunde.
  • Kern ist die Veränderung der Industrie durch Vernetzen, Erfassen, Korrelieren und Abstimmen von Daten.
  • Der Nutzen dieser Maßnahmen beinhaltet eine größere Kon­trolle, Transparenz, Geschwindigkeit, Produktivität, Modularität, Verfügbarkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit.

SKF MOST

  • Diese App stellt eine Verbindung zwischen Fertigungs­mitarbeitern und Echtzeit-Daten verschiedener Fertigungsmaschinen her. Sie ermöglicht dadurch eine schnelle, ortsunabhängige Zusammenarbeit der Mitarbeiter in der Produktionskette.
  • Die App hat eine leicht zu bedienende Benutzeroberfläche.
  • Die App vernetzt, erfasst, korreliert und stimmt Daten ab.
  • Mit SKF MOST kann bspw. ein neuer Maschinenführer eine Schleifmaschine in weniger als zwei Stunden einrichten, während ein erfahrener Maschinenführer dafür oft mehr als drei Stunden benötigt.
  • Vorteile: Wissensaustausch, aktuelle und schnelle Informationen, Problemlösungen, verbesserte Sicherheit und Rückverfolgbarkeit, geringere Abfallmengen und die Weitergabe der richtigen Information an die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt.

SKF Enlight

  • SKF Enlight ist eine App zur Datenerfassung, die mit einer Vielzahl von betriebswichtigen Sensoren vernetzt werden kann.
  • Die Sensoren senden Betriebsdaten über Bluetooth an ein Smartphone oder Tablet. Die mit der Cloud verbundene App berechnet den Lagerzustand und informiert über die erforderlichen durchzuführenden Maßnahmen.
  • Die App besitzt eine anwenderfreundliche Oberfläche. Um sie zu bedienen, ist weder eine zusätzliche Schulung noch spezielles Fachwissen erforderlich.
  • Sobald eine Warnung oder Alarmmeldung ausgelöst wird, muss der Bediener nur eine Taste drücken, um eine Analyse vom SKF Ferndiagnosezentrum zu erhalten.
  • Die App spart Arbeit, denn der Benutzer muss weder Maschinen zerlegen noch manuelle Aufzeichnungen für die jeweiligen Komponenten führen.
  • Die Entwicklung geeigneter Smartphones und Tablets für Ex-Bereiche ist möglich.
  • Mit der App können Daten vernetzt, erfasst, korreliert und abgestimmt werden.
  • Folgender Nutzen ergibt sich u. a. aus der Verwendung dieser App: niedrigere Kosten, schnelles und einfaches Handling, direkter Zugang zu hoch spezialisiertem SKF Fachwissen.

Mobile und cloudbasierte Lösungen verbinden die von SKF entwickelten industriellen Apps mit einer Reihe von mobilen Plattformen und Sensortechnologien und bieten benutzerfreundliche, flexible Möglichkeiten für die Instandhaltung und Betriebssicherheit. Mit mobilen Geräten kontrollieren die Maschinenführer betriebswichtige Parameter wie die Geschwindigkeit von Produktionsstraßen. Sie können Alarmmeldungen sofort sehen und darauf reagieren. Komplexe Maschinen- und Systemdaten werden übersichtlich auf einer leicht zu bedienenden Benutzeroberfläche dargestellt.

Ähnliche Inhalte