Der Mobile Miner 40V wird meist in kleinen bis mittelgroßen Tunneln eingesetzt.

Ein steinharter Job

Der wachsende Bedarf der Bergbauindustrie nach höherer Produktivität und sichereren Arbeitsbedingungen schafft neue Möglichkeiten für das schwedische Unternehmen Epiroc und seinen „Mobile Miner“.

Text Erik Aronsson
Foto Epiroc, Anna Rut Fridholm

Schmierstoffe Bergbau, Erdöl- und Erdgasgewinnung Dichtungen

Im Bergbau und beim Tunnelvortrieb sind Bohren und Sprengen als schnelles und flexibel einsetzbares Verfahren bekannt. Im Hinblick auf Automatisierung, Sicherheit und Geschwindigkeit hat diese Methode aber auch Nachteile. Deshalb ist das Interesse an Systemen für mechanischen Gesteinsausbruch neu erwacht.
 

Epiroc

Epiroc ist ein führender Partner für die Produktivität der Bergbau-, Infrastruktur- und Rohstoffindustrie.

Das Unternehmen erzielte 2017 mit über 13.000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro.

Bis 18. Juni 2018 gehörte Epiroc zur Atlas Copco-Gruppe, die 1873 von der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg gegründet wurde. Heute ist Epiroc ein börsennotiertes Unternehmen.

Die Hauptverwaltung von Epiroc befindet sich in Nacka, im Raum Stockholm. Epiroc Deutschland GmbH mit Sitz in Essen, Epiroc Österreich GmbH (Wien) sowie Epiroc MEYCO AG (Studen) ­beschäftigen derzeit über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

www.epirocgroup.com

 

Epiroc in Schweden hat die Möglichkeiten dieses Trends erkannt. Das Unternehmen ist ein führender und traditionsreicher Partner für die Produktivität der Bergbau-, Infrastruktur- und Rohstoffindustrie. Seit 1873 stellt Epiroc – ursprünglich ein Teil des schwedischen Industriekonzerns Atlas Copco – Bohr- und Bergbaugeräte her. Seit Juni 2018 ist Epiroc ein eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen.

„Geräte für den mechanischen Gesteinsausbruch sind natürlich für Epiroc nichts Neues“, erklärt Johnny Lyly, globaler Produktleiter für diese Sparte bei Epiroc. „Einige Jahre war die Nachfrage nach dieser Ausrüstung gering, aber als die Branche wieder Interesse zeigte, haben wir neue Modelle entwickelt.“

Epiroc fertigt seit Anfang der 1970er Jahre verschiedene Typen von Tunnelbohrgeräten und hat eine Reihe von Mobile Miner-Modellen entwickelt.

Das maßgefertigte Lager von SKF wird im Epiroc-Werk in Smedjebacken, Schweden, für den Einbau vorbereitet.

Das maßgefertigte Lager von SKF wird im Epiroc-Werk in Smedjebacken, Schweden, für den Einbau vorbereitet.

Kundenspezifisches Lager

SKF und Epiroc arbeiten schon seit über zehn Jahren zusammen. Für die Mobile Miner-Modelle hat SKF gemeinsam mit Epiroc im Laufe von fünf Jahren geeignete Lager, Dichtungen und Schmiersysteme entwickelt.

„Im Falle des Mobile Miner 40V haben wir ein spezielles Lager konstruiert – ein kombiniertes radiales und axiales Rollenlager mit einem Außendurchmesser von 2,18 Metern“, erläutert Ola Björkdahl, ­Anwendungstechniker bei SKF. „Wir liefern für das Modell auch Spezialdichtungen aus G-ECOPUR, die für diese äußerst anspruchsvollen Anwendungen ausgelegt sind.“

Bergbaumaschinen sind Staub, Wasser und Gasen sowie durch Abbauarbeiten verursachten Vibrationen ausgesetzt. Servicetechniker von SKF haben Epiroc beim Zusammenbau des Mobile Miner 40V unterstützt, denn: „Es ist natürlich von größter Bedeutung, dass die Lager korrekt eingebaut werden“, betont Björkdahl.

Ein Mobile Miner ist eine selbstfahrende Maschine mit Raupenfahrwerk. Sie bewegt sich langsam voran, meistert aber enge Kurven und kann in den ausgebrochenen Stollen sogar rückwärtsfahren. An der Vorderseite befindet sich ein rotierender Schneidkopf, der in das Gestein getrieben wird. Der Abraum wird über Förderbänder zurücktransportiert. Da die Strecke von der Maschine abgesichert wird, ist der Bediener, der die Maschine von hinten lenkt, keiner Gefahr ausgesetzt.

Die Sicherheit ist natürlich einer der Hauptgründe für die Wahl eines Mobile Miner.
Johnny Lyly, globaler Produktleiter für mechanischen Gesteinsausbruch bei Epiroc

„Die Sicherheit ist natürlich einer der Hauptgründe für die Wahl eines Mobile Miner“, erklärt Lyly. „Hinzu kommt, dass dieses Verfahren im Vergleich zum Bohren und Sprengen das umliegende Gestein weniger beeinträchtigt, wodurch sich das Unfallrisiko verringert.“

Ein weiterer wichtiger Vorteil des Mobile Miner ist die hohe Effizienz dank des kontinuierlichen Vortriebs. „Bei effizienter Bohr- und ­Sprengarbeit schafft ein Bergwerk einen Vortrieb von etwa vier bis acht Metern pro Tag“, sagt Lyly. „Mit einem Mobile Miner lässt sich diese Leistung problemlos verdoppeln.“

Epiroc entwickelt seine Mobile Miner-Modelle in einem gemeinsamen Projekt mit seinen Kunden. Bisher stehen drei Modelle zur Verfügung – ­Mobile Miner 22H, 40V und 55V. Die Zahl gibt jeweils die Kapazität der Maschine an; die Buchstaben H und V stehen für eine horizontale beziehungsweise vertikale Positionierung des Schneidkopfs. So bedeutet beispielsweise 55V: für eine Strecken­größe von 5,5 x 5,5 Metern, mit vertikal positioniertem Schneidkopf.

Der Mobile Miner 22H ist eine ­leistungsstarke Maschine für den mechanischen Gesteinsaus­bruch. Er wird üblicherweise bei niedrigen Strecken­höhen oder geringmächtigem Bergbau eingesetzt, wenn eine Auffahrung von nur etwa 2,2 Metern Höhe benötigt wird. Die Kapazität des Mobile Miner 22H liegt abhängig vom Gesteinstyp bei 10-12 Metern Vortrieb pro Tag. Er wird ­zurzeit in Südafrika getestet, wo das Gestein eine hohe ­Festigkeit aufweist und sehr duktil ist.

Der Mobile Miner 55V wird typischerweise in großen Zugangsstollen von bis zu 5,5 x 5,5 Metern für Bergwerkserschließung und Materialtransport eingesetzt. Im Vergleich zur Bohr- und Sprengarbeit können dank der kontinuierlichen Abbautechnologie Bergbauprojekte einfacher und effizienter geplant werden. Zu den verfügbaren Automatisierungsfunktionen gehören das Lasernavigations­system, die Fernüberwachung/-steuerung sowie automatisches Schneiden durch die Felswand.
 

Ansprechpartner Verkauf

evolution@skf.com

 

Das neueste Modell, der Mobile Miner 40V, wird normalerweise in kleinen bis mittleren Tunneln und im Stoßbau bei Streckengrößen von etwa 4,0 x 4,0 Metern eingesetzt. Die ­Kapazität des ­Mobile Miner 40V beträgt abhängig vom ­Gesteins­typ 10-15 Meter Vortrieb pro Tag. Im August 2018 erhielt Epiroc seine erste Bestellung für einen Mobile Miner 40V von einem Bergbau­unternehmen in den USA.

Epiroc rechnet mit einem weltweiten Erfolg des Mobile Miner: „Der Mobile Miner ist eine kleine, flexible und anpassbare Maschine, die Bergbau­projekte produktiver, vorhersehbarer und plan­barer macht“, schließ Johnny Lyly.

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