Ingenieurswissen

Das Tor zu einer Fülle von Verbesserungs­möglichkeiten

Inzwischen sind die Einrichtungen des SKF Solution-Factory-Netzwerks über die ganze Welt verteilt. Jede einzelne dient dem Kunden als zentraler Zugangspunkt zu den SKF Kompetenzen in Sachen Engineering und Dienstleistungen. Damit lassen sich Leistung, Effizienz und Konstruktion von Maschinen und Anlagen weiter optimieren.

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Zusammenfassung

Die Standorte der SKF Solution Factory sind weltweit verteilt. Über sie können die Kunden auf das umfangreiche Fachwissen sowie Kernprodukte und Dienstleistungen der Gruppe zugreifen. Dabei verfolgt SKF das Ziel, ihren Kunden den Zugang zu Produkten, Technologien und Serviceleistungen zu erleichtern, die ihnen bei der Betriebs- und Leistungsoptimierung ihrer Maschinen und Anlagen weltweit helfen.

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SKF Solution Factory

Das SKF Solution-Factory-Netzwerk ermöglicht den SKF Kunden Zugang zu den fünf Technologieplattformen des Unternehmens: Lager und Lagereinheiten, Dichtungen, Schmiersysteme, Mechatronik und die gesamte Palette an Dienstleistungen. Von hier aus kann man auf das gesamte SKF Angebot innerhalb der Serviceplattform zugreifen, das heißt, auf maßgeschneiderte Lösungen, Zustandsüberwachungssysteme, mechanische Dienstleistungen, Schadensanalyse, Rekonditionierung von Lagern und Spindeln, Schulungen, Beratungen zur Optimierung der Anlagenzuverlässigkeit sowie Zugang zur SKF Cloud zur Ablage von Daten und für die Ferndiagnose. In diesem globalen Netzwerk sind Fachleute aus sämtlichen SKF Fachbereichen vertreten. Die Vorteile für den Kunden sind individuelle Problemlösungen und Serviceleistungen zur Effizienzsteigerung ihrer Anlagen und Maschinen, die dadurch zuverlässiger, kostengünstiger, energieeffizienter und sicherer betrieben werden können.

Jede SKF Solution Factory bringt dem Kunden die Dienstleistungen und Lösungen von SKF näher. Im heutigen industriellen Umfeld ist es wichtig, dass ein Technologiekonzern in der Lage ist, Durchlaufzeiten zu verkürzen und das umfangreiche Expertenwissen, das sich das Unternehmen in industriellen Anwendungen erworben hat, auf lokaler Ebene unmittelbar weiterzugeben. Die Standorte der SKF Solution Factory sind strategisch so gewählt, dass die Kunden sie einfach erreichen können und die Kompetenzen und Kerntechnologien von SKF zentral vorfinden.

Der Kontakt zu einer SKF Solution Factory wird über eine lokale oder regionale Vertriebsniederlassung hergestellt. Anfang 2014 verfügte SKF über 27 Solution Factory auf der ganzen Welt, unter anderem in Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Indien, Italien, Schweden, Südafrika und in den USA. SKF plant diese Zahl in den nächsten Jahren weiter zu erhöhen: Immer mehr Kunden suchen Lösungen zur Optimierung der Anlagenzuverlässigkeit, Verhinderung ungeplanter Stillstände, Erhöhung der Betriebszeit, Verringerung der Instandhaltungskosten, Senkung der Umweltbelastung und des Energieverbrauchs und immer häufiger Unterstützung bei der Entwicklung eigener Kompetenzen.

Eine SKF Solution Factory konzentriert sich daher normalerweise auf Branchen in einer Region und wird in den Bereichen zum Servicepartner, in denen die umfangreichen Ressourcen von SKF genutzt werden können. Falls erforderlich, arbeiten mehrere SKF Solution Factory zusammen, um die Anforderungen eines Kunden zu erfüllen. Auch die Fernüberwachungszentren von SKF sind Teil des SKF Solution-Factory-Konzepts.

Klar definierte Prozessschritte
Für jedes Projekt wird ein spezielles Team gebildet, und die SKF Projekt­ingenieure arbeiten eng mit dem zuständigen Kundenbetreuer und dem Kunden zusammen, um oftmals mithilfe einer Ursachenanalyse festzustellen, worum es genau bei einem Bedarf, einem Problem oder einer Herausforderung geht.

Dabei gliedert sich der Prozess üblicherweise in die folgenden Prozessschritte:

  • Feststellung des Problems: Ein aus Experten gebildetes Team untersucht das Problem und führt eine Ursachenanalyse durch.
  • Lösungsfindung: Sobald das entsprechende Problem oder der jeweilige Bedarf erkannt ist, bündeln die Ingenieure und die technischen Fachleute ihr Wissen auf dem Gebiet Dienstleistungen und Fertigung und arbeiten gemeinsam daran, die passende Lösung zu finden.
  • Zentraler Anlaufpunkt: Für die Zeit, in der die Lösung implementiert wird, stellt SKF dem Kunden einen Hauptkontakt zur Verfügung.
  • Schließlich findet eine Über­prüfung der Lösung durch SKF statt, wobei die Leistungsfähigkeit überwacht und die Ergebnisse validiert werden.

Bei SKF gibt es einen Prozess zur Zertifizierung strategischer Dienstleistungen, der von einem speziell für eine bestimmte Dienstleistung vorgesehenen „Centre of Excellence“ gemanagt wird. So wird sichergestellt, dass nicht nur ein Höchstmaß an Qualität in sämtlichen Verfahren einschließlich Dokumentation erzielt wird, sondern dass auch die geeignete Ausrüstung und Geräteausstattung im Labor und in der Fertigung zum Einsatz kommt. Zudem hat SKF ein „Documented Solutions“-Programm zur Berechnung von Nutzen und Rentabilität bestimmter SKF Lösungen entwickelt.

Vielfältige Industrie­lösungen
SKF bietet ein umfangreiches und breit gefächertes Portfolio an Dienstleistungen und damit zusammenhängenden Produkten, das den Kunden hilft, die Effizienz und Zuverlässigkeit ihrer Anlagen zu optimieren. SKF Solution Factory liefert kontinuierlich für verschiedenste Branchen wirk­same Lösungen. Ferner können die Kunden dank der SKF Einrichtungen zur Durchführung von Konstruktionsänderungen und -verbesserungen sowie zur Leistungserbringung in Kundennähe Kosten einsparen und die Betriebsdauer ihrer Anlagen erhöhen. Dies kommt auch der Umwelt zugute, denn die Transporte über lange Strecken entfallen und die Ressourcen werden effizienter genutzt.

Im Automobilsektor beispielsweise werden Fertigungsmaschinen oft über lange Zeitspannen hinweg beansprucht. Daher müssen Spindeln, die für die Genauigkeit und Produktivität von Werkzeugmaschinen sehr wichtig sind, häufig repariert werden.

Bei Werkzeugmaschinenspindeln wird zunächst eine gründliche Analyse des Spindelschadens durchgeführt, wobei die Haupt­ursache des Schadens festgestellt wird. Dann bringt SKF ihr Expertenwissen auf den Gebieten Spindelkonstruktion und Lagerungskonzepte ein, überarbeitet auf Kundenwunsch die Bauteile und beseitigt Schwachstellen, sodass die Teile langlebiger werden. Die Spindelkonstruktion wird so optimiert, dass sie den individuellen Kundenanforderungen gerecht wird. Dadurch werden die Reparaturgesamtkosten gesenkt und Produktionsausfälle vermieden.

Als Beispiel sei hier ein Hersteller von Hochleistungsbremssystemen für Sport- und Rennfahrzeuge angeführt. Aufgrund der hohen Produktionsanforderungen hatten die Schleifspindeln dieses Unternehmens eine Lebensdauer von nur vier bis acht Wochen. Reparaturen wurden in der werkseigenen Werkstatt vorgenommen. Um die Hauptursache des Problems festzustellen, führte die SKF Solution Factory zunächst einmal eine strukturierte Analyse durch. Auf Basis der hieraus resultierenden Ergebnisse entwickelte SKF ein neues kundenspezifisches Abdichtungssystem und passte die Einheit gemäß den Erfahrungen und Vorgaben an. Die verbesserte Konstruktion ist viel zuverlässiger und selbst nach zwei Jahren noch in Betrieb. Der Kunde verzeichnet aber nicht nur eine erhebliche Steigerung der Zuverlässigkeit, sondern auch beträchtliche Kosteneinsparungen.

Instandhaltungsstrategien
Nach mehr als 100 Jahren intensiver Beschäftigung mit der Leistungsfähigkeit von Maschinen hat SKF eine Reihe von Instandhaltungsmodellen entwickelt. Eines davon ist das „Asset Efficiency Optimization“-Modell zur Erarbeitung eines Instandhaltungsprogramms und von Lösungen zur Erreichung der Geschäftsziele eines Kunden. In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie beispielsweise gibt es eine ständige Notwendigkeit zur Steigerung der Effizienz und Profitabilität von Anlagen bei gleichzeitiger Maximierung ihrer Sicherheit. Durch die Optimierung von Prozess- und Instandhaltungsmaßnahmen im Rahmen einer proaktiven Instandhaltungskultur muss eine Senkung der Gesamtkosten herbeigeführt werden.

SKF kann die Entwicklung und Umsetzung langfristiger Anlagenmanagement- und Maschinenzuverlässigkeitsstrategien mithilfe integrierter Instandhaltungslösungen erreichen. Diese beinhalten die Bewertung der Anlagen zwecks Feststellung verbesserungsfähiger Bereiche und die Einführung wichtiger Leistungskennzahlen und Technologieverbesserungen sowie die Umgestaltung von Anlagen und ein vorausschauendes Zuverlässigkeitsprogramm. Es sind auch Schulungen der Mitarbeiter zur Vermittlung der Grundlagen einer effektiven Instandhaltung vorgesehen.

Ein an mehreren Standorten operierender Milcherzeuger hatte Probleme, seine Produktivität zu maximieren. Obgleich das Unternehmen geplante und reaktive Wartungsmaßnahmen durchführte, gab es viele ungeplante Stillstände. Zur Lösung des Problems wurde viel Zeit und Geld in Lager, Dichtungen, Schmierstoffe und Zustandsüberwachungsdienstleistungen unterschiedlicher Anbieter investiert.

Eine Vereinbarung über eine integrierte SKF Instandhaltungsstrategie führte dann zu folgender Lösung aus einer Hand:

  • proaktive, zustandsorientierte Instandhaltung
  • Schwingungs- und Ölanalyse
  • Analyse der Schadensursache
  • technologische Verbesserungen des Anwendungsdesigns
  • umfassende Schulungen.

Diese Lösung brachte folgende Vorteile: eine Steigerung der mittleren Betriebsdauer zwischen Lager­ausfällen (MTBF = Mean Time Between Failures) bei kritischen Lagerungen um 300 Prozent, eine Reduzierung ungeplanter Stillstände, eine Senkung des Ölverbrauchs um 18 Prozent, eine Verringerung der Lager- und Dichtungsbestände um 27 Prozent und einen Rückgang im Verbrauch von Lagern und Dichtungen um 30 Prozent allein in einem Betrieb sowie der Wegfall von Verwaltungskosten im Zusammenhang mit der Beschaffung von Lagern, Dichtungen und Schmierstoffen.

Integrierte Zustandsüberwachung
Die Zustandsüberwachung ist inzwischen ein wichtiges Werkzeug für den Betrieb und die Instandhaltung von Maschinen und Anlagen. Die von SKF entwickelten Zustandsüberwachungslösungen können in Anlagenmanagementsysteme integriert werden. Es handelt sich dabei um sehr leistungsstarke Systeme, die sich zum Beispiel in Branchen wie der Schifffahrts- und Offshoreindustrie bewähren, wo Bauteilausfälle teure und aufwendige Reparaturen nach sich ziehen.

In der Schifffahrtsindustrie unterstützt SKF mit einem speziellen, in das jeweilige Flottenmanagementsystem integrierbaren zustandsabhängigen Instand­haltungs(CBM)-Programm einschließlich Hard- und Software. Dieses CBM-Programm mit vordefinierten Vorlagen zur Datenerfassung und Alarmierung lässt sich für jedes Schiff individuell konfigurieren. Das Vor-Ort-Überwachungssystem kann von SKF „remote“ unterstützt werden, und es ist möglich, die gesamte Daten­kommunikation mit dem Flottenmanagementsystem fernzusteuern, sobald die vordefinierten Alarmstufen überschritten werden. Der Vorteil einer solchen Lösung besteht für den Endkunden darin, dass es sich um einen integrierten Ansatz handelt, der keinerlei Hardware-Kenntnisse oder speziell ausgebildete Mitarbeiter erfordert.

Für einen Schiffseigner hat SKF ein leistungsfähiges „Best-in-Class“-Zustandsüberwachungssystem für sich drehende oder linear bewegende Maschinen entwickelt, das mithilfe geeigneter Verfahren sicherstellt, dass die Techniker des Kunden den von ihnen zu bedienenden Teil des Zustandsüberwachungssystems zuverlässig beherrschen. SKF hat auch ein System zur Überwachung der Antriebsmaschine und des Dieselgenerators entwickelt, das sich in die kundenseitig vorhandene Systemumgebung nahtlos integriert. Zurzeit verwaltet SKF monatlich die Zustandsüberwachungssysteme mit dazugehöriger Ferndiagnostik von 49 Schiffen. Aktuell arbeitet SKF mit diesem Kunden an der Entwicklung eines Zustandsüberwachungssystems der nächsten Generation für eine neue Schiffsflotte.

Die integrierte Zustandsüberwachung bietet folgende Vorteile:

  • niedrigere Betriebskosten
  • gesteigerte Zuverlässigkeit von Schiffen dank besserer Kenntnis der Maschinenzustände, insbesondere der Antriebsmaschinen und Dieselgeneratoren
  • Schiffsingenieure haben direkten Zugang zum diagnostischen Fachwissen von SKF
  • weniger Maschinen, die Aufmerksamkeit bedürfen (minus 20 Prozent)
  • der durchschnittliche Schwingungspegel wurde um 15 Prozent gesenkt.

SKF Solution Factory dient der besseren Unterstützung der Kunden in einem sehr wettbewerbsgeprägten Umfeld und erleichtern ihnen den Zugang zu den Kompetenzen und dem Know-how von SKF. In dem Maße, wie das über die ganze Welt gespannte Netzwerk dieser Einrichtungen ständig erweitert wird und ein kontinuierlicher Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen den einzelnen Anlagen stattfindet, wird die Fähigkeit zur noch schnelleren Bereitstellung von Innovationen und kundenspezifischen Lösungen in Zukunft ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für SKF und ihre Kunden sein.