Grünere Druckluft

Betriebseffizienz, niedriger Energieverbrauch und geräuscharmer Betrieb sind zentrale Begriffe im Umweltkonzept von Atlas Copco. Sie bedeuten aber auch Kostenersparnisse für die Kunden des UnternehmensAtlas Copco geht zurück auf ein Unternehmen, das 1873 unter dem Namen Atlas von Eduard Fränckel gegründet wurde, um die Schwedischen Staatsbahnen (Statens Järnvägar, SJ) mit einheimischen Produkten zu beliefern.

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Betriebseffizienz, niedriger Energieverbrauch und geräuscharmer Betrieb sind zentrale Begriffe im Umweltkonzept von Atlas Copco. Sie bedeuten aber auch Kostenersparnisse für die Kunden des UnternehmensAtlas Copco geht zurück auf ein Unternehmen, das 1873 unter dem Namen Atlas von Eduard Fränckel gegründet wurde, um die Schwedischen Staatsbahnen (Statens Järnvägar, SJ) mit einheimischen Produkten zu beliefern.

   Atlas Copco ist inzwischen ein erfolgreiches globales Industrieunternehmen mit vier Geschäftsbereichen: Kompressortechnik, Industrie- und Elektrowerkzeuge, Bau- und Bohrtechnik sowie Vermietungsservice. Das Unternehmen mit Sitz in Stockholm fertigt in 13 Ländern und beschäftigt weltweit über 26.000 Menschen.
   Der Bereich Kompressortechnik hat seine Hauptverwaltung im belgischen Antwerpen. Hier wird eine breite Palette von Produkten, darunter industrielle und mobile Kompressoren, Generatoren, Lufttrockner, Nachkühler und Filter, entwickelt, gefertigt, vermarktet und vertrieben. Sofern diese Produkte rotierende Komponenten enthalten, stammen die Lager dazu in vielen Fällen von SKF.
   „Druckluft kommt in allen Industriezweigen für alle möglichen Verwendungszwecke vor“, erklärt Ludo Van Nederkassel, technischer Leiter der Division Industrial Air.
   Der Geschäftsbereich Kompressortechnik umfasst fünf Divisionen: Airtec für die Fertigung von Kompressorelementen und Kernkomponenten, ACT für den Bau von großen Kompressoren und Turboexpandern, die hauptsächlich in der Prozessindustrie benötigt werden, Portable Air für den Bau von mobilen Kompressoren und Generatoren sowie Industrial Air für die Massenfertigung von kleinen und mittelgroßen Industriekompressoren, deren Druckluft in erster Linie als Energiequelle genutzt wird.
   Die fünfte Division, Oil-free Air, spielt eine wesentliche Rolle in Atlas Copcos Umweltkonzept. „Ölfreie Druckluft ist mit Sicherheit umweltfreundlicher als Druckluft aus geschmierten Kompressoren, aber die Anschaffungskosten solcher Kompressoren sind höher“, meint Hans De Rycke, technischer Leiter von Oil-free Air.
   „Ölfreie Kompressoren werden dort eingesetzt, wo die Luftqualität von großer Bedeutung ist, wie etwa in der Lebensmittel-, Elektronik-, Arzneimittel-, Textil-, Brauerei- und Automobilindustrie sowie in verschiedenen Prozessapplikationen“, erklärt er.
Umweltbewusstsein
„Umweltbewusstsein ist eine Lebensphilosophie bei Atlas Copco“, sagt Anil Hingorani, Leiter der Abteilung Produktmarketing von Oil-free Air. „Es beeinflusst unser ganzes Geschäftskonzept von der Konstruktion bis hin zur eigentlichen Anwendung von Druckluft. Das Entscheidende hierbei ist die Energieeffizienz, da der Energieverbrauch die Hauptursache für Treibhausgase ist.“
   Der Energieverbrauch macht 80 Prozent der Lebenszykluskosten von Druckluftausrüstung aus. Die Senkung des Energieverbrauchs entspricht also nicht nur Atlas Copcos Umweltpolitik, sondern kommt auch den Kunden finanziell zugute. Ausgehend von diesem Aspekt hat Atlas Copco eine breite Palette von Industriekompressoren mit variabler Drehzahl des Antriebsmotors (VSD = variable speed drives) konstruiert, darunter auch ölfreie Modelle.
   „Der Luftbedarf schwankt, und konventionelle Kompressor-Regelungssysteme verschwenden viel Energie bei dem Versuch, diesen Schwankungen Rechnung zu tragen“, erläutert Hingorani. „Ein Kompressor vom Typ VSD variiert die Drehzahl des Antriebsmotors und kann so dem schwankenden Luftbedarf auf effiziente Weise folgen.“ Unabhängige Tests haben gezeigt, dass in einigen Fällen Energieeinsparungen von bis zu 35 Prozent möglich sind. Da das VSD-System immer exakt die benötigte Luftmenge bereitstellt, wird erheblich weniger Energie verschwendet, und das wirkt sich positiv auf Wirtschaftlichkeit und Umwelt aus.
   „Das Ausmaß der Energieeinsparung hängt vom Anwendungsbereich ab“, so Van Nederkassel. „Aber in jeder Fabrik, die mit Druckluft arbeitet, besteht in der Regel Bedarf für mindestens einen VSD-Kompressor.“
Leiser Betrieb
Es sind jedoch nicht nur neue Produkte, die dem Unternehmen ein „grüneres“ Image verleihen. In sämtlichen Produktionsprozessen wurden Maßnahmen ergriffen, um zum Beispiel die Lärmemissionen zu reduzieren. Van Nederkassel erklärt das so: „Wir arbeiten intensiv daran, das Betriebsgeräusch von Kompressoren an der Quelle zu minimieren.“ Umweltmaßnahmen wie diese in Kombination mit einem Umweltmanagementsystem haben dem Atlas Copco-Werk in Antwerpen eine Zertifizierung nach ISO 14001 eingebracht.
   Darüber hinaus hat das Werk kürzlich eine Testanlage im Wert von sechs Millionen Euro eingeweiht, durch die sich die Entwicklung innovativer Konstruktionen mit höherem Wirkungsgrad beschleunigen lässt. Eine große Anzahl neu entwickelter Maschinen und Geräte kann hier in schallgedämmten Testzellen gleichzeitig geprüft werden, ohne dass es zu irgendwelchen Lärmbelästigungen kommt.
   Der Verdichtungsprozess erzeugt viel Wärme, woraus sich ebenfalls eine erhebliche Energieeinsparung für die Kunden von Atlas Copco ableiten lässt, und zwar durch ein Energierückgewinnungssystem. „Statt die Hitze einfach entweichen zu lassen, wird sie in Form von heißem Wasser zurückgeführt, das sich in einem industriellen Anwendungsbereich auf verschiedene Weise nutzen lässt, zum Beispiel zur Raumbeheizung“, meint Van Nederkassel.
   Eine andere Nutzungsalternative bietet die MD-Serie der Lufttrockner, die in Kombination mit der Kompressorbaureihe Z eingesetzt wird. Sie arbeitet zur Entfeuchtung der Druckluft mit Wärme, die beim Verdichtungsprozess entsteht. Damit entfällt die Notwendigkeit einer zusätzlichen Energiezufuhr. Diese Wärme ginge normalerweise verloren und die Druckluft könnte ohne externe Energiequelle nicht getrocknet werden.
   „Wir bemühen uns intensiv darum, am Arbeitsplatz installierte Druckluftsysteme zu vermarkten“, fährt Van Nederkassel fort. „Unsere Kompressoren für kleinere Werkstätten können unmittelbar dort, wo Druckluft benötigt wird, aufgestellt werden. Ein spezieller Kompressorraum ist nicht mehr erforderlich. Dadurch lässt sich ebenfalls Energie sparen, denn es kommt zu geringeren Leckverlusten und weniger Druckabfall. Auch die Wärmerückgewinnung wird erleichtert.“
   Der Geschäftsbereich Kompressortechnik beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter und ist damit Belgiens größtes Unternehmen der Maschinenbauindustrie. Mit den im Jahre 2000 ausgewiesenen Umsatzerlösen in Höhe von über 1,5 Milliarden Euro steht dieser Geschäftsbereich für 31 Prozent der Konzerneinkünfte. Die Fabrikanlage in Antwerpen erstreckt sich über eine Fläche von etwa 400.000 Quadratmetern und ist so groß, dass den Mitarbeitern zum Transport innerhalb des Geländes Fahrräder zur Verfügung gestellt werden – auch das ein deutliches Umweltsignal.
Anna McQueen
  
Freie Journalistin in Paris
  
Foto Atlas Copco
  

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