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Start-Stopp-Technologie für Zweiräder

Der globale Markt für Motorräder, Roller und Mopeds soll bis zum Jahr 2015 75 Millionen Einheiten erreichen. Die Nachfrage nach Zweirädern dürfte sich durch die Einführung attraktiverer, kraftstoffsparender Modelle mit ausgereiften Abgaskontrollsystemen wie beispielsweise der Start-Stopp-Automatik noch verstärken. Auch die neuen Regierungsrichtlinien zur Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen unterstützen Entwicklungen in diese Richtung.

Von Federica Maritano, Marketing & Communication, Powertrain and Electrical & Two Wheelers Business Unit, Airasca, Italien; Vivek Kumar, SKF Innovation Management, Application Development Centre, Bengaluru, Indien

Lagereinheiten Personenkraftwagen Konstruktion Andere Industrien Andere Leistungen Sensorlager

Zusammenfassung

Das neue SKF StopGo System bietet Zweirädern eine ausgereifte Start-Stopp-Technologie. Als integrierte Kompaktlösung kombiniert es die herkömmliche Lagerfunktion mit der Geschwindigkeitserfassung und Start-Stopp-Automatik. SKF StopGo kann als Plug-and-play-Einheit ganz einfach in vorhandene und zukünftige Zweirad-Konzepte integriert werden. In der Kfz-Industrie sind solche Systeme mittlerweile bei den meisten Neuwagen Standard. SKF StopGo bietet nicht nur beträchtliche Gewichtseinsparungen gegenüber Einzelkomponenten mit Start-Stopp-Funktionen, sondern trägt auch zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs und der Emissionen bei und erfüllt somit die Forderungen des Marktes und des Gesetzgebers.

Ansprechpartner Verkauf

Federica Maritano, federica.maritano@skf.com

Um den Anforderungen eines wachsenden Zweiradmarktes zu entsprechen, hat SKF ihre eigene Start-Stopp-Automatik für Motorräder und Roller eingeführt. In Anbetracht der ständig steigenden Kraftstoffpreise besteht eine besondere Forderung dieses Marktsegments darin, Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch zu erzielen. Gleichzeitig muss auch den immer strengeren gesetzlichen Vorschriften Rechnung getragen und eine Verringerung des CO2-Ausstoßes und anderer toxischer Emissionen erreicht werden.

Neben der Entwicklung einer nachhaltigen Start-Stopp-Technologie für Zweiräder hat sich SKF stets an den Trends hin zum verstärkten Einsatz von Elektronik in dieser Branche orientiert. Auf der Grundlage von Prognosen für einen riesigen globalen Wachstumsmarkt für Zweiräder mit zunehmendem Tempo bei der Einführung neuer Modelle, halten auch Erstausrüster Ausschau nach Lösungen, die schnell übernommen werden können und im Wesentlichen Plug-and-play-Charakter haben.

Neuheit für Zweiräder
Die kürzlich eingeführte SKF StopGo Sensor-Lagereinheit erfüllt diese Forderungen. Sie bietet die gleiche automatische Start-Stopp-Funktion, die bei vierrädrigen Fahrzeugen schon jetzt weit verbreitet ist, und gilt somit als Vorreiter ihrer Art auf dem Zweiradmarkt. SKF StopGo merkt, wenn das Zweirad beispielsweise an einer Ampel anhält. Dann schaltet es den Motor nach einem vorgegebenen, aber programmierbaren kurzen Zeitabstand ab und startet ihn erst wieder, wenn der Gasgriff gedreht wird.

Diese integrierte Lösung erfüllt eine ganze Reihe von Aufgaben: die herkömmliche Lagerfunktion zur Aufnahme von Lasten, die berührungslose Geschwindigkeitserfassung und das automatische Start-Stopp-System. Letzteres verfügt als besonders benutzerfreundliche Einrichtung über eine verbesserte Verzögerungslogik zur Steuerung der Starts und Stopps entsprechend dem Verkehrsfluss.
Dies bedeutet, dass die Elektronik so programmiert ist, dass sie, wenn das Zweirad zum Halten gekommen ist, d. h. bei einer Geschwindigkeit von 0  Stundenkilometern und leer laufendem Motor (bei einer Drehzahl von unter 3.000 Umdrehungen pro Minute), den Motor nach einem vorgegebenen Zeitabstand ausschaltet. Bei Leerlaufstellung des Getriebes beträgt die Zeit bis zum Ausschalten des Motors sechs Sekunden; bei eingelegtem Gang 10 Sekunden. Auch dann, wenn ein Zweirad nach längerem Abstellen erstmals wieder gestartet wird, ist der vorgegebene Zeitabstand bis zur ersten Systemaktivierung geringfügig länger, damit sich der Motor zunächst auf eine optimale Temperatur erwärmen kann. Sobald das Zweirad dann häufigere Fahrtunterbrechungen einlegt, etwa bei dichtem Verkehr, schaltet das SKF StopGo System die Maschine nach 15  bzw. 30 Sekunden nach dem vorherigen Stopp gefahrenen Metern wieder aus.

Somit handelt es sich also um ein „intelligentes“ System, das sich zur Optimierung der Zeit vor einem Halt an den Verkehr und das Fahrverhalten anpassen kann. Je nach Fahrbedingungen reduziert dieses System den Kraftstoffverbrauch um 6 bis 10 Prozent und vermindert den CO2-Ausstoß.

SKF StopGo steht je nach Bedarf als einbaufertige Einheit für neue Modelle oder als Nachrüstkomponente für bestehende Zweiräder zur Verfügung. Bei der Entwicklung ihres Start-Stopp-Systems hat sich SKF darum bemüht, den Einbau möglichst einfach zu gestalten, so dass nur minimale Änderungen am Zweirad selbst vorzunehmen sind. SKF StopGo wird in die Vorderradnabe eingesetzt und über einen Stecker nach dem Plug-and-play-Prinzip mit einem zur Elektronik des Zweirads gehörigen Gegenstecker verbunden. Bei dieser einfachen Ausführung handelt es sich um eine Allround-Lösung, die bei sämtlichen Typen, Größen und Marken von Motorrädern, Rollern und Mopeds anwendbar ist.

Gewichtssparende Bauweise
Bei dieser integrierten Sensor-Lagereinheit werden Lagerfunktion, Geschwindigkeitserfassung und Start-Stopp-Funktion in einer Komponente zusammengefasst. Ein Vorteil dieser Kompaktlösung besteht darin, dass eine Gewichts­einsparung von bis zu 60 Prozent gegenüber dem Gesamtgewicht der derzeit verwendeten Einzelbauteile für das Vorderradlager und die Geschwindigkeitserfassung erzielt wird. Der Geschwindigkeitssensor des SKF StopGo Systems liefert seine Daten nicht nur an die Start-Stopp-Automatik, sondern auch an die digitalen Tachometer, die die analogen Ausführungen bei Zweirädern mittlerweile ersetzen.

Mit der Start-Stopp-Technologie von SKF ermöglichen Zweirad-Hersteller ihren Kunden eine höhere Fahrleistung bei geringerem Kraftstoffverbrauch. SKF StopGo lässt sich extrem einfach bedienen und der Umgang damit muss vom Fahrer nicht erst aufwändig erlernt werden. Schließlich stellt das System auch eine Plattform für künftige Entwicklungen von ABS-Sensorlösungen für Motorräder dar.

 

 

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