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Rückwärts in die Zukunft

Nordeuropas größter Traktorhersteller Valtra macht die Arbeit in der Landwirtschaft bequemer und effizienter – in Vorwärts- und Rückwärtsfahrt – dank des flexiblen 180°-Drehsitzes. Herzstück des innovativen kraftstoffsparenden TwinTrac-Systems ist ein SKF Sensor.

Text Wif Stenger Fotos Mikko Nikkinen

Konstruktion Nahrungsmittel und Getränke Sensorlager

Fakten

Fakten zu Valtra

Umsatz (2014): 1 Milliarde Euro
Zahl der Beschäftigten: 2.100
Jahresproduktion: 24.000 kundenspezifische Traktoren, die in Suolahti (Finnland) und Mogi das Cruzes (Brasilien) gebaut werden.

www.valtra.com

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Valtra

Ansprechpartner Verkauf

Timo Pajarinen, Timo.Pajarinen@skf.com

Der viermalige Rallye-Weltmeister Juha Kankkunen stellte kürzlich bei einem Traktor-Rennen einen Weltrekord auf: Auf einer verschneiten Straße im finnischen Lappland erreichte er eine Geschwindigkeit von über 130 Kilometern pro Stunde – natürlich in Vorwärtsfahrt. Landwirte wissen dagegen, dass ein Traktor am effizientesten in Rückwärtsfahrt arbeitet. Über längere Zeit den Kopf nach hinten zu drehen, ist allerdings schmerzhaft und ermüdend.

Valtra, ein führender nordeuropäischer Traktorhersteller und Teil der AGCO Corporation, ermöglicht mit seiner TwinTrac-Rückfahreinrichtung bestehend aus einem einzigartigen Drehsitz und einer Reihe von Bedienelementen im hinteren Bereich der Kabine einen problemlosen Traktoreinsatz in beliebiger Richtung.

TwinTrac bietet Landwirten zahlreiche Vorteile – kürzere Arbeitszeiten in gesünderer nacken- und rückenschonender Sitzhaltung, Kraftstoffeinsparungen und geringerer Schadstoffausstoß. Die ruhige, geräumige Kabine hat einen flachen Boden, was die Änderung der Fahrtrichtung zusätzlich erleichtert. Eine hervorragende Sicht und ein Höchstmaß an Sicherheit sind dabei stets gewährleistet.

Laut einer unabhängigen Studie von TTS, einem finnischen Forschungs-, Entwicklungs- und Ausbildungsinstitut, lässt sich beim Mähen mit TwinTrac-Kombination im Vergleich zur Vorwärtsfahrt mit Butterfly-Kombination die Produktivität um zehn bis 30 Prozent steigern und der Kraftstoffverbrauch in der gleichen Größenordnung senken. Die Vorteile zeigen sich besonders deutlich auf unregelmäßig geformten Feldern.

Valtra  ist der einzige Traktorhersteller, der eine komplette Rückfahreinrichtung ab Werk für Traktoren von 74 bis 300 kW (90 bis 400 PS) bietet. Das Ende 2014 lancierte 186-kW-Modell (250 PS) in Valtras neuer T-Serie wurde auf der SIMA 2015, der internationalen Pariser Fachmesse für Lieferanten im Bereich Landwirtschaft und Tierzucht – einer der größten Agrarmessen der Welt –, zur „Maschine des Jahres“ ernannt.

„Unserem Konstruktionsteam ist mit dieser Maschine in puncto Design und Technologie ein Sprung in die Zukunft gelungen“, sagt ein sichtbar stolzer Jussi Kaarlonen, der bei Valtra Tractors als Agronom in der Forschung tätig ist. „Traktorbesitzer sind in der Regel sehr markentreu, aber unsere Verkäufer meinen, wir hätten jetzt ein Spitzenprodukt, das Käufer dazu bewegen könnte, die Marke zu wechseln. Es ist wirklich ein sehr attraktives Modell.“

Das Umschalten zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahrt dauert bei der neuen T-Serie höchstens ein bis zwei Minuten. Einfach den ergonomisch geformten Sitz herumdrehen, die Armlehne mit den integrierten Bedienelementen einrasten, und schon kann mit dem zweiten Lenkrad einschließlich Wendeschalthebel sowie den Pedalen für Gas, Kupplung und Bremse die Fahrt losgehen.

Ermöglicht hat diese technische Innovation eine 2008 von SKF eingeführte elektronische Lenkeinheit.

„Die Lenkeinheit enthält eine integrierte CAN-Bus-Schnittstelle, die die Drehbewegung des Lenkrads an den Lenkungsregler übermittelt“, erklärt Valtras Softwareingenieur Jani Hopponen. „Der Lenkungsregler liest den Sensor über diesen CAN-Bus ab und steuert die Bremsreibung der Lenkeinheit. Auf diese Weise erhält man eine steuerbare Lenkrückmeldung.“

Das heißt, die Lenkrückmeldung passt sich dynamisch während der Fahrt an. Der Widerstand steigt proportional zur Drehgeschwindigkeit des Lenkrads, was eine exaktere, komfort­ablere und sicherere Lenkung ermöglicht.

SKF Elektronische Lenkeinheit

  • Bremsmoment: 0,3–12 Nm
  • Leistung: 12/24 V
  • Sensorauflösung: bis 14 Bit / Schnittstelle 2.0 B CAN
  • Schutzstufe: IP67

Valtra führte 2008 in seinem Traktormodell S2 das Steer-by-Wire-System TwinTrac mit einer elektronischen Lenkeinheit von SKF ein. Diese mechatronische Lösung mit eingebauter elektronischer Steuerung und Software ist über einen CAN-Bus in die Traktorelektronik integriert. Der SKF Sensor ermöglicht eine flexible Platzierung des Lenkrads und eliminiert die Hydraulikschläuche der Lenkung für einen rationelleren Fertigungsprozess.

„SKF arbeitete schon mit Valtra zusammen, bevor ich hier vor 26 Jahren anfing – bis 2008 in erster Linie als Lagerlieferant“, sagt Großkundenbetreuer Timo Pajarinen, der bei SKF Finnland für den Industriemarkt zuständig ist. „Die Zusammenarbeit ist einfach, weil wir einander so gut kennen und eine offene freundliche Beziehung pflegen. Wir diskutieren gemeinsam neue Ideen und reden zurzeit über ein mögliches Partnerschaftsprojekt.“

Valtras neue T-Serie wurde auf der SIMA 2015 als „Maschine des Jahres“ ausgezeichnet. Die Evolution iPad-App zum Herunterladen bietet eine Bildergalerie über Valtra.

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