Industrie

Die volle Leistungsfähigkeit von Eisenbahn-Radsatzlagern ausschöpfen

In Schweinfurt eröffnet das neue Railway Service & Competence Center von SKF.

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Eine Million Kilometer – für ein Eisenbahn-Radsatzlager ist das eine ordentliche Laufleistung. Andererseits reicht das lediglich für rund 100 Fahrten auf der knapp 10.000 Kilometer langen Route der berühmten Transsib zwischen Moskau und Wladiwostok. „Unsere Kunden wollen heute deutlich längere Laufzeiten und haben an die Gesamtlebensdauer ihrer Lager noch höhere Erwartungen“, weiß Stefan Gladeck.

Gezielte Lager-Zustandsüberwachung, um Laufleistungen zwischen den Wartungsintervallen besser steuern zu können und die mehrfache Aufarbeitung von Eisenbahn-Radsatzlagern, um deren Lebenszyklus zu verlängern – das sind für Stefan Gladeck die Schlüssel zu einer Kreislaufwirtschaft bei Eisenbahn-Komponenten.

Damit schaffen wir die Voraussetzungen für die unter dem Schlagwort Schiene 4.0 bekannt gewordene Digitalisierung und effiziente Nutzung des gesamten Bahnsystems.

Stefan Gladeck, Vertriebsdirektor der SKF für Zentraleuropa

„Ziel ist es, mit den Erkenntnissen aus der Zustandsüberwachung die Wartungsintervalle von früher 700.000 Kilometern Laufleistung auf bis zu 1,7 Millionen Kilometer und mehr zu verlängern“, erläutert Stefan Gladeck. „Und wir wollen natürlich auch die Gesamtlebensdauer unserer Lager steigern, indem wir Erkenntnisse über die Materialalterung und typische Verschleißszenarien in die Architektur neuer Lager einfließen lassen.“

Weltweit werden bei SKF derzeit rund 200.000 Eisenbahn-Radsatzlager aufgearbeitet. Gegenüber der energieintensiven Produktion eines neuen Lagers spart das rund 60 Prozent CO2 und 65 Prozent beim Ressourceneinsatz. Und der Kunde selbst spart nicht nur Geld, sondern erreicht auch eine höhere Verfügbarkeit. Denn dank straffer Logistik und teilautomatisierter Abläufe im Schweinfurter Railway Service & Competence Center geht die komplette Aufarbeitung der Lager in nur zehn Tagen über die Bühne – weit unter den Lieferzeiten für ein neues Lager.

Was genau passiert nun beim „bearing remanufacturing“? Eintreffende Lager werden mit einem GS1 Data Matrix Code gekennzeichnet, um eine digitale Datenerfassung und -nachverfolgung zu ermöglichen. Nach der Demontage erfolgt die Reinigung aller Bauteile in einer leistungsfähigen Industriewaschmaschine, ehe die Komponenten einer optischen Befundung unterzogen werden. Bei der Schadensanalyse stützt man sich bei SKF nicht nur auf allgemeinen ISO-Standards, sondern auch auf den hauseigenen SKF-Fehleratlas, in dem alle anderweitig bekannten Schadensfälle dokumentiert sind. Nach dieser Kontrolle wird die Lagerluft geprüft und gegebenenfalls neu eingestellt. Und nach der Vermessung der Ringe in einer speziellen 3D-Messeinrichtung geht es erneut zum Waschen.

Bevor die Lager wieder zurück zum Kunden kommen, werden sie spezifikationsgerecht gefettet, montiert und für einen sicheren Transport verpackt. Stefan Gladeck: „Nirgends erfährt man so viel über das Innenleben der Lager, wie bei der Aufarbeitung. Und dank unserer neuen Monitoring-Techniken und der individuellen Kennzeichnung können wir jetzt auch auf immer mehr Felddaten aus dem Betrieb zurückgreifen und unsere Dienstleistung so perfektionieren.“

Das neue Railway & Competence Center in Schweinfurt setzt neue Maßstäbe bei der Aufarbeitung von Eisenbahn-Radsatzlagern.

Ein besonderer Service von SKF für Kunden des Railway Centers ist übrigens das so genannte 100/100 Konzept. SKF garantiert dabei verlässliche Lagerlaufleistung und liefert für jedes zur Aufarbeitung eingelieferte Eisenbahn-Radsatzlager ein aufgearbeitetes oder neues Lager zurück. So bleibt die Mobilität auf Kundenseite zu vertraglich vereinbarten und klar kalkulierbaren Kosten dauerhaft gewährleistet. Und mit seinem attraktiven Standort im Herzen Deutschlands und Europas steht es ab sofort bereit, anspruchsvolle Kundenwünsche zu erfüllen und die Leistungsfähigkeit von Radsatzlagern voll auszuschöpfen.

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Wir haben in Schweinfurt ein Zentrum geschaffen, das den Anforderungen einer modernen Aufarbeitung für alle Arten von Radsatzlagern gerecht wird. Mit einer systematischen Dokumentation für jeden Prozessschritt wird Ihnen eine durchgängige Rückverfolgbarkeit auf höchstem Niveau zur Verfügung gestellt. Gerne geben wir Ihnen Auskunft: Railway.Service@skf.com

 

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