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Kampf den Fälschungen

Lagerfälschungen sind ein weltweites Problem, für dessen Bekämpfung sich SKF intensiv einsetzt. Dabei geht es vor allem um die Wahrung der öffentlichen Sicherheit und den Schutz der Kunden vor Betrug.

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Ansprechpartner Verkauf

, Genuine@skf.com

Produktpiraterie ist ein Problem für alle Lagerhersteller etablierter Marken. Gefälschte Lager jeden Typs und jeder Größe sind in sämtlichen Märkten und Industriesegmenten zu finden. SKF kennt bei Lagerfälschungen keine Toleranz. Diese illegale und unethische Tätigkeit stellt eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Sicherheit sowie die finanzielle und geschäftliche Situation von Unternehmen dar. Auch die Menschen, die unter schlechten Bedingungen in der Fälschungsindustrie arbeiten, und die örtliche Wirtschaft nehmen Schaden von diesem Geschäft.
„Außerdem werden die Kunden, die gefälschte Lager kaufen, betrogen. Das ist ein weiteres Problem“, erklärt Tina Åström, Leiterin SKF Group Brand Protection. „Wir stehen auf der Seite unserer Kunden. Der sicherste Weg, sich vor Lagerfälschungen zu schützen, ist, nur von SKF oder einem SKF Vertragshändler zu kaufen.“
SKF steht kontinuierlich mit Kunden und Vertragshändlern in Kontakt, um Informationen über Fälschungen zu verbreiten und sie vor Betrug zu schützen. Darüber hinaus unterstützt SKF örtliche Strafverfolgungsbehörden aktiv bei der Bekämpfung dieses illegalen Handels.
Über die World Bearing Association (WBA) arbeitet SKF in dieser Frage mit anderen Lagerherstellern zusammen. Die WBA investiert zurzeit in eine globale Informationskampagne über Produktpiraterie. Lesen Sie mehr darüber auf
www.stopfakebearings.com.

Italien
Im Februar 2011 führte die Italienische Finanzpolizei Guardia di Finanza in Zusammenarbeit mit Personal von SKF und anderen Markenbesitzern eine Razzia in einem Unternehmen im Großraum Turin durch, bei der eine beträchtliche Menge von gefälschten SKF Produkten beschlagnahmt wurde. Unter den konfiszierten Produkten befanden sich gefälschte SKF Standardlager, Radlager, Zahnriemenspanneinheiten und Synchrontriebe sowie SKF Verpackungen und Barcode-Etiketten. Darüber hinaus wurden gefälschte Artikel und Verpackungen anderer führender Lager- und Ersatzteilhersteller gefunden.
„Wir entdeckten auch Ausrüstung für Laserkennzeichnung und No-Name-Lager aus China“, sagt Åström. „Angesichts der Zahl der leeren Verpackungen muss es sich um ein ziemlich umfangreiches Geschäft gehandelt haben. Es war das erste Mal, dass wir eine ‚Produktionstätigkeit‘ außerhalb Asiens aufgedeckt haben.“

Türkei
Im August 2011 führte eine über sechs Monate geplante Razzia in Istanbul zur Beschlagnahmung von tonnenweise gefälschter SKF Lagern. Sie war das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen SKF Group Brand Protection, SKF Türkei und den Behörden in Istanbul. Alles begann damit, dass Ulvi Bagoglu, Leiter von SKF Marcom & Distributor Development in der Türkei, im Februar 2011 von SKF Brand Protection über die Beschwerde eines Endkunden informiert wurde. Der Kunde hatte angegeben, ein Lager mit SKF Logo sei weniger als 36 Stunden nach Inbetriebnahme bereits ausgefallen.
Björn Zeidler, der bei SKF für Pirateriefälle zuständig ist, fuhr in die Türkei und konnte dort den Weg der Lager bis zu einem Händler zurückverfolgen, der auf einem Großmarkt in der Innenstadt von Istanbul zusammen mit über 400 anderen Händlern Lager verkaufte. Von März bis August 2011 kooperierte SKF mit einem Anwalt in der Türkei, der Nachforschungen zu den dort vertriebenen Lagern anstellte, Muster einkaufte und Fotos an Zeidler schickte. Schließlich entschied die Polizei, am 23. August in Anwesenheit von örtlichen Anwälten und Vertretern von SKF eine Razzia bei dem besagten Händler durchzuführen.
Die bei der Razzia entdeckten Lager trugen ein gefälschtes SKF Logo oder das Markenzeichen anderer Hersteller.

Singapur
Nachdem SKF zwei Jahre lang die Aktivitäten eines Geschäftsmannes in Singapur beobachtet hatte, konnte ein weltweiter Handel mit gefälschten Lagern aufgedeckt werden. 2008 wurde bekannt, dass ein in Singapur ansässiger Zwischenhändler Lager in China einkaufte und diese an Unternehmen in Europa verkaufte. Um die Zollbehörden in anderen Ländern zu täuschen, war in den abgeänderten Frachtdokumenten Singapur als Versandland eingetragen. Der Verdächtige gab sich Kunden gegenüber als autorisierter Händler aus. Bei dem Fall ging es um riesige Lagermengen. Als die Razzia im Juni 2010 durchgeführt wurde, fand die Polizei nur eine relativ geringe Anzahl von Lagern verglichen mit den Mengen, die offenbar zuvor umgeschlagen worden waren. Zu den wichtigsten Gegenständen, die beschlagnahmt wurden, gehörten drei Festplatten mit Geschäftskorrespondenz und Transaktionen des Händlers. Im Februar 2011 wurden die Festplatten von den Behörden in Singapur freigegeben. Für Ulrica Nilsson von SKF Group Brand Protection begann nun der mühevolle Prozess, die gesamten Informationen auf der Festplatte durchzugehen.
„Die Nachforschungen betreffen Hunderte von Unternehmen“, berichtet Nilsson. „Meine Aufgabe ist es, so viele Details wie möglich über deren Geschäftsbeziehungen zu dem Singapur-Händler herauszufinden, zum Beispiel wie oft sie Lager eingekauft haben und in welchen Mengen. Die Spur führt rund um den Globus.“